Kommentar zum Artikel "Weil bald Ostern sind"

von CLOE


Sehr geehrter Herr Glattauer!


Mit Verwunderung habe ich ihren Artikel „Weil bald Ostern sind“ im Kurier vom 21.3.2016 gelesen, in welchem sie einen Leserbrief zitieren und diesem zustimmen, in dem behauptet wird, dass der konfessionelle Religionsunterricht eine Zeitvergeudung und eine Quälerei sei, der bei den sowieso nur mehr wenigen Schülern, die noch zuhören, die Meinung, der einzig richtigen und wahren Religion anzugehören, verstärke.


Dieser Ansicht möchte ich entschieden entgegentreten. Der Religionsunterricht, den christliche Kirchen erteilen (als katholischer Religionslehrer kann ich nur über den Religionsunterricht, wie ihn die christlichen Kirchen abhalten, profunde Auskunft geben) ist ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung von Solidarität und Toleranz in der pluralen Gesellschaft, in dem die immer wieder geforderte Werteerziehung hauptsächlich stattfindet. Er leistet einen Beitrag zur Bildung von christlicher Identität, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem anderen erleichtern soll, beschäftigt sich aber auch mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute unsere pluralistische Welt prägen, will in diesem Zusammenhang auch zu Toleranz und Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls zu sachlich begründetem Einspruch befähigen und will weiters zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen.


Die Lehrpläne des Religionsunterrichts der christlichen Kirchen, die die hier getätigten Aussagen belegen können, sind öffentlich einsehbar und mit den staatlichen Stellen akkordiert.


Die hohen Standards des Religionsunterrichts der christlichen Kirchen sind sowohl in der qualitativ hochwertigen pädagogischen Arbeit der ReligionslehrerInnen als auch in der den literarischen LehrerInnen gleichzusetzenden Ausbildung und in der gewissenhaften Kontrolle durch die Schulaufsicht begründet.


Ich ersuche Sie daher, in Zukunft von Kolumnen, die ReligionslehrerInnen und ihren Unterricht als Quälerei für unsere SchülerInnen darstellen, abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen
Liebhart Christoph, BEd

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