NR Präs. Fritz Neugebauer sprach zum Thema: Rahmenbedingungen für Lehrerinnenglück. Es gibt unterschiedliche Lehrerbotschaften, u.a: Karl Jaspers: " Es ist das Schicksal eines Volkes welche Lehrer es hervorbringt und wie es seine Lehrer achtet." Lehrer und Glück sind keine wirklich harmonisierenden Begriffe. Vertrauen in Bildung: "We trust" – sollte das Motto für alle im pädagogischen Bereich agierenden sein. Wir vertrauen auf die Professionalität der LehrerInnen. Diese grundlegend positive und wertschätzende Einstellung ist Grundlage jeglicher Bildungspolitik. Dabei können die notwendig zu setzenden Schritte in einer viel gelasseneren Art gesetzt werden. Die Finnen – als Vorzeigeland haben auch bei der LehrerInnenausbildung eine strenge Selektion. Das Studium sollte zumindest so lange dauern, wie jenes der Mediziner. Die Frage bleibt freilich offen: "Kann man Lehrerwerden überhaupt studieren?" Grundsätzlich gilt bei uns die Tendenz: Wenn in der Schule etwas nichts funktioniert, stimmt etwas mit den Lehrerinnen nicht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man ein hohes Frustpotential innerhalb der Lehrerschaft verspürt. Dabei stellt Neugebauer fest, dass Lehrersein auf der einen Seite ein Handwerk, andererseits auch eine Gesinnung ist. Die tägliche Belastung im Lehrberuf muss mit unterstützenden Maßnahmen verringert werden. Studien zeigen, dass ein Lehrer im Durchschnitt pro Stunde etwa 15 Konflikte zu lösen und rund 200 Entscheidungen zu fällen hat. Das bedeutet enorme psychische Belastung, die nicht die gesamte Dienstzeit ohne Unterstützungsmaßnahmen ausgehalten werden kann. Schon bei Cicero heißt es, dass die Aggressivität bei Schülern und Eltern stark zunimmt. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Daher sind die Rahmenbedingungen zu verbessern. Der Arbeitgeber ist aufgefordert, die Arbeit der LehrerInnen in der Öffentlichkeit viel positiver zu kommunizieren. Dabei spielt auch die Entschleunigung des Bildungs- und Lernprozesses eine westliche Rolle.
Neugebauer wünscht sich Lehrpersonen in einem guten Arbeitsumfeld, wobei bei der Gestaltung der Bedingungen am Arbeitsplatz Schule alle Beteiligten einzubinden sind.
Ein weiteres wesentliches Kriterium stellt die Aufteilung der Lebensverdienstsumme dar, wobei es hier zu keinerlei Horuck-aktionen kommen darf. Neu eingestellte Lehrerinnen benötigen hier die Unterstützung von erfahrenen KollegInnen – ein Ungleichgewicht an effektiv zu gestaltenden Unterrichtsstunden ist nicht die allein glücklichmachende Lösung. Ganz allgemein spricht sich Neugebauer für eine Imagepflege aus. Es muss zu einer besseren Identifikation zwischen Arbeitnehmer und Betrieb kommen. Prägende Lehrerpresönhlichkeiten können auch leichter die Heranwachsenden für ihr Leben in der Gesellschaft vorbereiten. Dazu gehört noch immer die Vermittlung des Guten, Wahren und Schönen.
Wenn über Bildung diskutiert wird, bleibt man rasch in Strukturfragen stecken. Dabei geht es auch und in immer zunehmendem Maße um die Einbindung auch der Eltern in die Schule: Wie betreuen wir Eltern, die mit Kindern nicht mehr umgehen können.
"Mit Recht wünscht man dem Lehrer Gesundheit und Kraft eines Germanen, Scharfsinn eines Lessing, das Gemüt eines Hebels, die Begeisterung eines Pestalozzi, die Weisheit eines Sokrates und die Liebe Jesu Christi." Eigentlich von allem etwas - ein wahrhaft hoher Anspruch für den christlichen Lehrer in einer rauen Wirklichkeit.
Die CLÖ wird in 2 Jahren ihr 120 jähriges Bestehen feiern, in den Impulsen werden immer die aktuellen schulpolitischen Themen diskutiert – viele Themen sind noch immer aktuell. Was sich nicht verändert hat: Wir leben immer auf ein Gegenüber hin, daher gheht es um die Kultivierung von Beziehungen – das Glück kommt nicht automatisch, es stellt sich bei bestimmten Handlungen ein.
Schwester Katharina wies darauf hin, dass im Bildungsbegriff der Klassik stets Fragen des Inhalts und der Form diskutiert wurden. Derzeit nimmt man eher Diskussion um Methoden und der Suche nach Begriffsklärungen (Kompetenz) wahr, welches deutliche Anzeichen einer Gesellschaft, die sich in der Phase des Zerfalls befindet – zumindest aber gerade eine Krise durchlebt.
Neben Rektor DDR. Erwin Rauscher ("Der christliche Lehrer heute") , Gerald Koller vom Forum Lebensqualität Österreich ("Lebensqualität in der Bildungsarbeit") und Sr. Katharina Deifl ("Religion und Glück") – sprach DDDR. Clemens Sedmak zum Thema "Vom Glück LehrerIn zu sein."
Du kannst das Glück nicht suchen, du kannst es nur finden.
Arten von Glück:
Wie ist pädagogisches Handeln im göttlichen Heilsplan angelegt?
2 Beispiele:
Brennender Dornbusch - Emmausjünger. Hier wird der Frage nachgegangen: Wie „unterrichtet“ eigentlich Gott?
Fakten, die das Glück rauben, wobei man gegen einige etwas tun kann.
Zusammenfassung
Andreas Fischer